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Nächtlicher Besuch - Teil 38

Autor: Stefan Jahn
Geschrieben am: 24.11.2001 um 14:11 Uhr

Schwarze Knuffelbälle und Doppelgänger

Nach einem guten Mahl mit Speiß und Trank lehnte sich Quon genüßlich zurück. Er überlegte immer noch wie er das Doppelgänger-Pulver gegen die schwarzen Stachelbälle ausnutzen konnte. Immerhin hatte sich ja gezeigt, wenn die Stachelbälle mit dem Pulver in Berührung kamen, die Stachelbälle kurz kariert wurden und sich dann einfach in Staub auflösten.

Auf einmal hörte Quon ein gedämpftes Gemurmel und Gequiecke. Seine Neugier war geweckt, also erhob sich Quon von seinem Stuhl und versuchte das Geräusch zu orten. Er hätte doch nicht soviel Essen sollen, sein Magen auf jeden Fall rebellierte heftigst gegen jede Art von Anstrengung. So stand Quon nun in der Mitte des Raumes und lauschte wo das Gemurmel herkam. Kurze Zeit später stand für Quon fest, das Geräusch kann nur aus dem Ruckzucksauberschacht kommen. Langsam näherte sich Quon diesem Schacht und ging davor auf die Knie. Vorsichtig schaute Quon in den Schacht, konnte aber nicht viel erkennen, da dieser viel zu dunkel war. Das selbe wie vorhin an der Tür würde Quon nicht noch einmal passieren, also erinnerte er sich an einen passenden Zauber und entfachte im Ruckzucksauberschat ein magisches Leuchten. So war es besser. In einer Ecke konnte Quon eines dieser schwarzen Stachelbälle erkennen, es war dort eingeklemmt von anderen Abfällen die nicht ordentlich dem Schacht hinuntergekehrt wurden. Quon musste wohl doch mal seine magischen Helfer kontrollieren. Dieser schwarzer Stachelball war anscheinend nicht so aktiv wie die anderen, er bewegte sich kaum und lies nur ab und zu wieder dieses Gemurmel und Gequieke los. Vielleicht war er verletzt dachte sich Quon. Quon streckte langsam die Hand aus und packte beherzt den Stachelball, sorgsam darauf aufgepasst sich nicht zu verletzen, und zog diesen aus dem Schacht zu sich hin.

Quon stand auf und betrachtete den Stachelball. Er sah eigentlich genauso aus wie die anderen Knuffelbälle. Wenn man mal davon absieht, das dieser hier schwarz ist, Stacheln auf den Rücken hat und ein verflucht großes Gebiss mit messerscharfen Zähnen besitzt. Weiter kam Quon aber nicht mit seiner Erforschung des Stachelballes, denn schon wurde er von einem Geräusch aufgeschreckt. Die Tür zu seinem Gemach war geöffnet worden, und auf der Schwelle stand ein karierter Quon. »Oh nein, nicht schon wieder!“, rief der echte Quon. Reflexartig holte Quon aus und war den Stachelball, der noch immer seltsam ruhig in seiner Hand ruhte, auf den karierten Quon.

In einem hohen Bogen flog der Stachelball auf den karierten Quon zu. Mit einem saugenden, schmatzenden Geräusch prallte der Stachelball mit der Brust zusammen und wurde augenblicklich absorbiert. Sichtlich irritiert schaute der karierte Quon auf seine Brust und konnte wohl nicht einordnen was mit ihm passiert war, oder was der echte Quon überhaupt geworfen hat. Aber dieser Gedankengang spielte jetzt auch keine Rolle mehr, denn auf dem ganzen karierten Körper bildeten sich Risse. Der rechte Arm löste sich schon in Staub auf und rieselte zu Boden. Auch das linke Bein konnte sich dem Ganzen nicht entziehen und so sang der karierte Quon auf dem Boden zusammen. Es sah so aus als ob er knien würde. Jetzt löste sich auch der Hals in Staub auf und der karierte Kopf viel runter und rollte quer durch den Raum. In einer kleinen Staubexplosion zerschellte dieser an der gegenüberliegenden Wand. Der Rest des Körpers kippte, da dieser jetzt anscheinend unter keiner Kontrolle mehr stand, nach hinten und zersprang in einer großen Staubwolke auf dem Boden von Quons Gemächern.

Und wieder erfüllte heftige magische Aktionen den Raum, als aus vielen Klappen, Türen und Schiebern mehrere Schaufeln, Besen und sonstiges Putzzeug zum vorschein kamen und in einer windeseile den Staub, die Reste des karierten Quons, in den Ruckzucksauberschat beförderten.

„Interressant“, murmelte Quon, „einerseits löst sich der Stachelball auf und gleichzeitig wird der Doppelgänger vernichtet.“ Angespornt von einer Idee arbeitete Quons Gehirn auf Hochtouren. Mit diesem Wissen musste sich doch irgendwas nützliches bauen lassen. Eine Waffe vielleicht?

geschichten/fantasy/naechtlicher_besuch/teil_38.txt · Zuletzt geändert: 24.03.2011 22:06 (Externe Bearbeitung)
Quelle: http://stefanjahn.de/geschichten:fantasy:naechtlicher_besuch:teil_38
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