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Nächtlicher Besuch - Teil 31

Autor: Stefan Jahn
Geschrieben am: 21.11.2001 um 23:59 Uhr

Zeiram wird geweckt

Ein kleiner Raum. Nüchtern eingerichtet. Ein Bett, ein Schrank, an der Wand ein großes Regal mit vielen Büchern und ein Schreibtisch auf dem diverse Utensilien und Blätter verteilt waren.

Im Bett lag Zeiram. Er schlief den Schlaf der Gerechten. Gleichmässig senkte sich die Decke im Rhythmus seiner Atmung. Nach den heftigen Bewegungen seiner geschlossenen Augen zu urteilen war Zeiram gerade in Morpheus Reich - im Land der Träume - unterwegs.

Plötzlich erschütterte eine mächtige Explosion den Raum und zerriss die Stille. Wo einst das Bücherregal war klaffte jetzt ein großes Loch in der Wand. Viele Bücherseiten wehten durch die Wucht der Explosion durch den Raum. Mehrere Splitterteile vom Regal waren im ganzen Raum und auch auf dem Bett verteilt.

Zeiram schreckte ruckartig auf und lies einen gellenden Schrei los.

„Aaarrrghhhh! Was ist den jetzt los? Kann man hier nicht mal in Ruhe Schlafen?!“

Schnell sprang er aus seinem Bett, griff sich seine Kleidung, die eigentlich über dem Stuhl lag nun aber im ganzen Raum verteilt war, und zog sich hastig an. Erst jetzt nahm sich Zeiram die Zeit um den Schaden in seinem Raum zu begutachten. Seine Augen streiften die Wand, jetzt wohl mehr ein Loch, wo vorher das Bücherregal stand.

„Nein! Meine Wand! Ach, was sage ich, meine Bücher! Verdammt, meine kostbaren Bücher! Wer war das?!“ Zeiram griff sich einen Holzpflock, vorher Teil des Regales, und hielt diesen angriffsbereit in seiner rechten Hand. Gewillt alles zu verteidigen was seine geheiligten Gemächer betreten würde. Er fasste sich Mut, duckte sich und verlies den Raum durch das klaffende Loch in der Wand um zu schauen was dort draussen im Gang nun schon wieder passiert war. Auf der anderen Seite der Wand baute sich Zeiram breitbeinig auf, ein sicherer Stand kann nie Schaden, und schaute in den Gang hinunter. Er konnte aber nichts entdecken.

„Ihr Bastarde! Wenn ich euch erwische! Einfach so mitten in der Nacht Sprengstoff an meine Wand anzubringen! Ihr Idioten! Nicht mal in Ruhe schlafen kann man hier in den Mauern der Drachenritterburg! Warte…“

Weiter kam Zeiram nicht, denn mit schnellen Schritten kam ein großer Mann, mit schwarzen Ledermantel bekleidet, auf ihn zu und blieb ruckartig vor ihm stehen.

„Critters gesehen?“, sprach der Mann in einem seltsamen Tonfall.

„Was? Wer sind sie denn? Nichts da, sie haben das doch angerichtet, oder? Was soll das? Verdammt nochmal, es ist Mitten in der Nacht, ich hatte einen schweren Tag und sie jagen einfach meine Wand mit meinen kostbaren Büchern in die Luft? Ach was rede ich eigentlich mit ihnen? Muss wohl mal ein ernstes Wörtchen mit den Torwachen sprechen, die können doch hier nicht jeden reinlassen, wir haben ja wohl nicht Tag der offenen Tür, oder?“ Zeiram machte kurz Pause und wiederholte, sichtlich noch aufgeregt, seine Frage: „Wer sind sie?!“

Eine kurze Pause verging. So wie es schien sollte Zeiram keine Antwort bekommen. Aber was war das, das Gesicht des seltsamen Mannes löste sich auf. Es verschmolz in einer gallertartigen Masse, verlief und formte sich neu. Langsam erschien aus diesem formlosen Klumpen neue Gesichtszüge.

„Scheiße! Verdammt nochmal! Was ist das!“ weiter kam Zeiram aber nicht, denn plötzlich wurde ihm bewusst das das neue Gesicht sein eigenes war.

„Hey, so geht das aber nicht. Das ist mein Gesicht, suchen sie sich ein anderes aus!“

Wieder kehrte Stille ein. Zeiram dachte noch so bei sich das er sich dochmal rasieren sollte als plötzlich das Gesicht wieder verschmolz und wieder das alte Gesicht, das am Anfang war, darstellte.

Der schwarze Mann drehte sich ruckartig nach rechts und rannte den Gang hinunter. Zeiram stand immer noch verdutzt vor seinem Loch das wohl jetzt ebenfalls als Tür zu seinem Gemach dienen konnte.

Derweil weiter unten im Gang bei der bewusstlosen Lady Sylvia. Sie lag noch immer auf dem Boden und die Nadel steckte noch im Nacken ihres hübschen Halses. Jeder Vampir hätte wohl hier gerne seine Hauer versenkt.

Plötzlich hallten laute Schritte durch den Gang. Sie kamen immer näher zu Lady Sylvia. Nach der schnellen Folge der Schritte zu urteilen rannte die Person, oder schmlimmer noch, sie war auf der Flucht. Es war Dreibuchstabe der immer noch in Panik, den Anblick der Rosen nicht vergessen, davonrannte. Er merkte gar nicht wie er über etwas stolperte - Lady Sylvia - denn er raffte sich sofort wieder auf und rannte den Gang weiter hinunter. Kurz drauf folgte, im gleichen Tempo, der ehrenvolle Boraidan. Nach seinem Gesichtausdruck zu urteilen war er etwas verwirrt, folgte aber mit unnachgiebigen Schritten der Spur von Dreibuchstabe. Auch Boraidan stolperte über Lady Sylvia.

Da lag Boraidan nun auf dem Boden. Geistesgegenwärtig drehte er sich um, er wollte doch wissen über was er gestolpert ist. Da erkannt er Lady Sylvia. „Was ist denn hier los? Lady Sylvia?“, klang es, leich ausser Atem, aus Boraidans Kehle. Lady Sylvia rührte sich aber nicht. „Was ist denn das für eine komische Nadel da im Nacken?“, sprach Boraidan und zog sich schnell aus dem Hals. Er schaute sie kurz an, dachte sich aber nichts weiter dabei und warf sie mit hohem Bogen aus dem kaputten Fenster. In Gedanken dachte Boraidan noch, warum um Himmels willen ist dieses Fenster kaputt?

Lady Sylvia öffnete die Augen und lies erst mal einen entsetzlichen Schrei los. „Nicht jetzt, Lady Sylvia, wir haben besseres zu tun! Schnell auf, wir müssen weg von hier!“, kaum hatte Boraidan dies ausgesprochen so packte er schon den Arm von Lady Sylvia und riss sie in die Höhe. Lady Sylvia war sichtlich verwirrt und stammelte etwas von Knuffelbällen und Nadeln, besann sich aber eines besseren und rannte Boraidan hinter her. Ihr blieb ja garnichts anderes übrig, da Boraidan ihren Arm immer noch im eisernen Griff hielt und sie so hinter sich herzog.

Zeiram wollte schon wieder ins sein Gemach gehen. Schliesslich musste er es jetzt ja ein bisschen aufräumen. Er hatte ja noch einiges an Schlaf nachzuholen. Morgen würde er sich schon um den Rest kümmern und den oder die Schuldigen zu Rechenschaft ziehen. Plötzlich huschte eine Gestalt in Rüstung an ihm vorbei.

„Hey, Dreibuchstabe, so warte doch! Was ist hier los?“

Zeiram erhielt aber keine Antwort und sah wie Dreibuchstabe im Gang verschwand. Zeiram kam aber nicht zur Ruhe, aufeinmal huschten zwei weitere Gestalten - Boraidan und Lady Sylvia - an ihm vorbei.

„Halt! Würde mir mal einer sagen was los ist?“ „Keine Zeit!“, brüllte Boraidan, „und noch was, renn!“ „Was?“, schrie Zeiram Boraidan hinterher, „Warum soll ich rennen?“

Es kehrte kurz wieder Stille im Gang ein, als aufeinmal Zeiram wieder erneut Schritte hörte, aus der selben Richtung wo Dreibuchstabe, Boraidan und Lady Sylvia gekommen waren. Zeiram kniff die Augen zusammen um zu erkennen was nun schon wieder in seine Richtung rannte. Mit Entsetzen musste er erkennen das es sich um einen karierten Boronsdiener, einen Goblin, einen karierten Magier und einem karierten Dreibuchstabe handelte!

„Was um alles in der Welt geht hier ab? Warum sind die kariert?“, murmelte Zeiram vor sich hin, überlegt kurz und war sich im klaren wovon die anderen alle weggerannt sind. „Mein Gott, wenn selbst Dreibuchstabe wegrennt, so sind wir wohl wirklich verloren!“ sprach Zeiram und rannte blitzschnell Dreibuchstabe, Boraidan und Lady Sylvia hinterher.

geschichten/fantasy/naechtlicher_besuch/teil_31.txt · Zuletzt geändert: 24.03.2011 22:06 (Externe Bearbeitung)
Quelle: http://stefanjahn.de/geschichten:fantasy:naechtlicher_besuch:teil_31
Webseite: http://stefanjahn.de