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Nächtlicher Besuch - Teil 29

Autor: Stefan Jahn
Geschrieben am: 21.11.2001 um 23:59 Uhr

Lady Sylvia und die schwarzen Knuffelbälle

Lady Sylvia war eines spätens Abend wieder mal auf einem kleinen Spaziergang, oder besser gesagt Rundgang, durch die große Burg. Ganz tief in ihren Gedanken versunken hörte sie auf einmal ein kratzendes Geräusch hinter einer Ritterrüstung, die im Gang zur Verzierung stand.

„Hmm, bestimmt wieder einer von diesen niedlichen Knuffelbällen.“ Lady Sylvia ging in der Mitte des Ganges auf die Knie und hob die Hand leicht in Richtung der Ritterrüstung.

„Komm … komm zu Mama kleiner Knuffelball…“

Und tatsächlich, der Knuffelball rollte hinter der Statue hervor und blieb in einiger Entfernung in der Mitte des Ganges von Lady Sylvia liegen. Aber was war das, dieser Knuffelball war schwarz. Tiefschwarz wie die Nacht nur ohne Mond sein kann. Bisher hatte man aber doch nur Knuffelbälle in hellen Farben gesehen.

„Fressen!“

Hab ich mich da gerade verhört, dachte Lady Sylvia, oder hat der Knuffelball geredet. Sie hatte kaum ihre Gedanken zu ende gebracht als der Knuffelball schon wieder „Fressen“ knurrte.

Lady Sylvia stand langsam auf und war jetzt echt verwundert über diesen seltsamen Knuffelball. Sie wollte aber kein Risiko eingehen, so setzte sie also an die Wachen zu rufen. Lady Sylvia hatte aber kaum den Mund geöffnet als sie im Augenwinkel sehen konnte wie sich die Haare auf dem Rücken, was auch immer der Rücken bei einem Knuffelball war, aufrichteten und einige spitze Nadeln zum Vorschein brachten. Jetzt wusste Lady Sylvia das sie wirklich in Gefahr war, aber sie konnte nicht mehr reagieren. Der stechende Schmerz traf sie vollkommen unvorbereitet. Langsam dämmerte es Lady Sylvia das eine dieser Nadeln von diesem seltsamen Knuffelball in ihrem Nacken steckte. Schon wurde es Lady Sylvia Schwarz vor den Augen und sie fiel unbeholfen zu Boden.

Der seltsame schwarze Knuffelball, sichtlich erfreut über sein Opfer, rollte näher in Richtung der Lady Sylvia. Plötzlich gab es ein lautes klirren als die Fensterscheibe im Gang zersplitterte durch die in vollendeter Akrobatik ein großer Mann in einem schwarzen Ledermantel auf den Gang sprang. Man bedenke das dieses Fenster im dritten Stock der Burg ist. Der schwarze Knuffelball bekam es auf einmal mit der Panik zu tun. Mit einem kreischenden Geräusch rollte der schwarze Knuffelball mit abartiger Geschwindigkeit weg von dem großen Mann in die tiefe des Ganges.

Der große Mann richtete sich auf. In den Händen hielt er ein seltsames Gerät auf dem ein großes Rohr angebracht war. Er hob das Gerät und richtete es in Richtung des verschwindenden schwarzen Knuffelballs. Das Rohr am Ende des Gerätes wurde mit einem leisen Summen noch um einiges länger als ein ohrenbetäubender Knall die Stille durchbrach und ein greller Lichtblitz dem Rohr entwich und dem Knuffelball hinterherjagte.

Der Knuffelball war aber schneller und wich ruckartig am Ende des Ganges in einen Seitengang aus. Der grelle Blitz verfehlte somit den Knuffelball und schlug mit einem lauten Krachen in die Wand ein. In dieser Wand hinterlies er - als ob jemand ein Fass Schwarzpulver entzündet hätte, ein großes Loch.

Der große unbekannte Mann in dem langen schwarzen Lederball war sichtlich verärgert. In aufbrausender Wut schrie er dem Knuffelball hinterher.

„Verdammter Critter, ich erwische dich und werde dich wie den Rest deiner Rasse terminieren!“

Mit schnellen Schritten machte sich der große Mann nun ebenfalls in die Richtung des schwarzen Knuffelballs, oder sollte man Critter sagen wie der Mann diese Kreatur doch nannte, auf.

Wieder Fragen über Fragen: Was sind Critters? Wer ist der große unbekannte Mann? Was hat es mit dem verzauberten Blitzrohr in seiner Hand auf sich? Was ist mit Lady Sylvia? Wie kam der Mann durchs Fenster im dritten Stock?

geschichten/fantasy/naechtlicher_besuch/teil_29.txt · Zuletzt geändert: 24.03.2011 22:06 (Externe Bearbeitung)
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