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Nächtlicher Besuch - Teil 23

Autor: Malik Athramis
Geschrieben am: 11.10.2001 um 21:10 Uhr

Die Tür donnerte mit einer ungeheuren Wucht gegen die Wand und zersplitterte in viele kleine Teile noch bevor sie aus den Angeln brechen konnte. „Also gut!“, brüllte der 101. Ritter. „Wer will als erstes?“ Die Reaktion der karierten Ritter war etwas unentschlossen. Scheinbar konnten sie sich nicht einigen, wer als erstes gegen den furchteiflößenden Ritter kämpfen durfte. Also blieben sie erst einmal alle stehen und blickten verblüfft in seine Richtung, um dann alle auf einmal auf ihn einzustürzen wie eine Flutwelle. Zum ersten Mal in seinem Leben sah sich der Dreibuchstabige Herrscher einem (Oder besser gesagt unzähligen) überlegenen Gegner gegenüber. Obwohl sie ihn aufgrund seiner hervorragenden Verteidigung und seiner kampferprobten Rüstung nicht verwunden konnten, drängten sie ihn doch immer weiter zurück. Dreibuchstaben landete noch immer mehr Treffer als alle seine Gegner zusammen und das verlieh ihm das feste Vertrauen, daß er diese Schlacht gewinnen konnte. Mit einem furchterregenden Kampfschrei stürmte er vorwärts in die tosende Masse aus Leibern, Schwertern und Rüstungen. Metall klirrte, Knochen brachen. Dann kehrte plötzlich Stille ein. Plötzlich kämpfte niemand mehr. Dreibuchstaben sichte nach Gegnern, die sich ihm stellen wollten. Doch obwohl aus seinem Brustpanzer bereits Blut sickerte, wichen alle vor ihm zurück. Langsam traten die Karierten zurück und bildeten eine Gasse, an deren Ende die Tür zum Keller lag. Und aus dieser Tür trat soeben ein karierter Dreibuchstaben mit einem blauen Auge. Der (echte) 101. Ritter lächelte unter seinem Visir. Endlich ein würdiger Gegner. Das würde ein Kampf ganz nach seinem Geschmack werden. Dreibuchstabens Ebenbild erhob die Arme und machte mit dieser beeindruckenden Geste die Stille noch endgültiger. Deutlich konnte man nun die Nadel fallen hören, die San Ra-Lu Quonling beim letzten Gelage in diesem Saal versehentlich in ein Dimensionsloch hatte fallen lassen und die just in diesem Moment wieder auftauchte und zu Boden fiel. Dann erhob die unglaublich erhaben wirkende Gestalt des dreibuchstabigen Gesichtsplagiators die Stimme und rief mit schriller Stimme: „Laßt uns doch alle Freunde sein!!“ Mit diesen Worten holte er von irgendwo her eine Hand voll Rosenblüten und warf sie hoch in die Luft. Entsetzt weiteten sich die Augen des mächtigen 101. Ritters. Mit einem entsetzten Schrei warf er sich herum und stürmte aus dem Saal, wobei er fast völlig ohne Widerstand mehrere Dutzend Leute um und verletzte einige von ihnen zum Teil schwer.

Boraidan sah sich inzwischen in einer ziemlich mißlichen Lage. Der karierte Magier wetzte bereits ein großes Schlachtermesser, während der Goblin und der karierte Boronsdiener ein Feuer anschürten. Irgend etwas würde er sich einfallen lassen müssen wenn er nicht als Mittagessen enden wollte. Und zwar schnellstens. Doch gerade in dem Moment, als er etwas sagen wollte, explodierte die Tür in einem Hagel aus Holzsplittern als eine schwer gepanzerte Gestalt in heller Panik hindurch lief ohne sie zu öffnen. Trotz seiner blinden Flucht (Oder besser gesagt seines ungeordneten Rückzuges) reagierte Dreibuchstaben auf den Anblick des kopfüber an der Decke hängenden Boraidan mit einem gut gezielten Schwertstreich und durchtrennte das Seil, mit dem der Boronpriester gefesselt und aufgehängt war, bevor er auf der anderen Seite des Raumes eine weitere Tür durchbrach und verschwand. Immer noch von dieser Szene verwirrt suchte auch Boraidan das Weite.

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