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Nächtlicher Besuch - Teil 22

Autor: Malik Athramis
Geschrieben am: 04.10.2001 um 22:29 Uhr

„Also gut, Was machen wir mit ihm… wollen wir ihn zerstückeln?“ fragte der karierte Reigam. „Nein, bitte nicht rütteln. Mir wir dabei bestimmt schlecht. Ich hatte zum Frühstück Milchreis mit Erdbeeren und ich kann mir nicht vorstellen, daß deiner Robe ein Rotes Muster dieser Art stehen würde. Wie wäre es, wenn ihr mich einfach runter lassen würdet und ich mache euch einen Kaffee?“ „Wovon redet der eigentlich?“, fragte der karierte Boraidan. „Ich bin dafür, des wir ihn kochen.“ sagte der karierte Takina mit ruhiger, tiefer Stimme. „Was? Erst in ein paar Wochen?? Ich bekomme jetzt schon Kopfschmerzen. Stellt euch doch mal vor ihr drei wäret ich und ich also ihr drei… nein anders herum. Also ich hätte euch drei hier aufgehängt und ihr müßtet hier hängen weil dann das Blut in euren Kopf laufen würde und nicht in meinen. Auch wenn es für euch in der momentanen Situation schwer vorstellbar ist, das ich euch…äh…“ “…“, sagten die drei Karierten wie aus einem Mund. Deutlich konnte man die Fragezeichen über ihren Köpfen sehen.

Reigam stand stolz und in einem Stück in der Mitte seines Zimmers. Langsam streckte er die Arme in die Höhe und ließ seine Gelenke knacken. Irgendwie fühlte er sich noch nicht ganz vollständig. Aus den Augenwinkeln blickte der Magier auf einen Tonkrug. Eine kurze Handbewegung, dann ging der Krug in Flammen auf. Ein greller Schrei erklang. Jetzt fühlte der Magier sich wieder gut. Und stinksauer. Er war in der letzten Stunde tausendfach gestorben und irgend jemand würde dafür büßen müssen. Wütend stapfte der erste Magier zur Tür hinaus und hinterlies einen komplett zerstörten Raum, der einmal sein Gemach war.

Langsam öffnete er die Augen. Lebte er tatsächlich noch? Scheinbar schon. Doch wo war die Bestie hin. Seltsam. Woher kam denn die frische Luft her. War er etwa nicht mehr im Keller. Takina zweifelte schon an seinem Verstand, als er schließlich entdeckte, was tatsächlich los war. Hinter der nächsten Ecke klaffte ein gigantisches Loch in der Felswand. Die Ränder des Loches glühten noch vom Feuer des Drachen, der das Gestein mit seinen Klauen und seinem Odem vernichtet hatte, bis er einen Weg in die Freiheit gefunden hatte. Und am Himmel konnte der Goblin die Silhouette des Gigantischen Wesens sehen. Fantastisch dachte Takina und sagte: „Oh, Scheiße…“ Der Dreibuchstabige Herrscher des Schwertes und jeder anderen bewaffneten und unbewaffneten Kampfkunst sah sich einem Problem gegenüber, das scheinbar unmöglich zu lösen war. Niemand konnte so viele Gegner auf einmal besiegen. Niemand war in der Lage, das Schwert gegen so viele Krieger und Magier zu führen und zu überleben. Niemand war jemals so töricht gewesen so etwas auszuprobieren. Aber irgend Jemand mußte ja mal damit anfangen. Dreibuchstaben zog sein Schwert und stieß die Tür auf.

Atemlos stand sie auf der Brüstung und starrte in den Himmel hinauf. Das konnte nicht sein. „Nicht du.“, flüsterte sie. Sie wünschte, sie hätte den Verstand verloren und würde phantasieren. Doch es war wirklich war. Zum ersten Mal sah Sylvia Pelur, den Orkan der Verwüstung. Nur der erste Drachenmeister hatte die Macht dieses Ungetüm zu kontrollieren. Doch was mochte geschehen, wenn der Drache ungezügelt wütete. Sylvia schloß die Augen und legte die Hand auf den Kopf ihres Lieblingdrachen, der zusammengekauert neben ihr saß. Ihre Gedanken bündelten sich, während sie sich konzentrierte und wichen schließlich ihrem Willen. Ihr Geist war nun völlig frei. Frei die Gefühle eines anderen Wesens aufzunehmen und zu teilen. Und was sie fühlte, erschreckte sie. Es war Angst. Angst und Verzweiflung. Ihr Drache fürchtete diese gigantische Urgewalt, die entfesselt an Himmel tobte. Tränen schossen in ihre Augen als sie erkannte, was die Drachen tun würden. Zögernd zog sie ihre Hand zurück und löste sich so wieder von ihrem treuesten Freund. Dann trat sie zurück, um dem Drachen den Platz zu gewähren, den er brauchte. Das rote Wesen breitete seine Schwingen aus und lockerte sie, indem er sie kurz ausschüttelte. Mit traurigen Augen sah er noch einmal seine Herrin an. Dann erhob er sich in die Lufte. Gleichzeitig erhoben sich mehr als 100 weitere Drachen aus der Drachenritterburg und noch viele Dutzend weiter im ganzen Land. Wie ein Schwarm Zugvögel flogen sie alle in einer Richtung und vereinigten sich am Himmel zu einer vielfarbigen Masse aus hunderten, schuppiger Leiber. Und wie Zugvögel wirkten sie gegen den gigantischen Drachen der als der Alptraum der Furchtlosen bekannt war und gegen den sie nun in einen aussichtslosen Kampf zogen.

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