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Nächtlicher Besuch - Teil 21

Autor: Malik Athramis
Geschrieben am: 18.09.2001 um 21:15 Uhr

Während dessen saß unten im tiefsten Gemäuer ein kleiner grüner Goblin in einer Ecke, hielt sich die Augen mit den Händen zu und flüsterte leise: „Nirgendwo ist es so schön wie Zuhause. Nirgendwo ist es so schön…“ Langsam näherte sich die riesige Schnauze des Drachen dem zitternden Ritter und beschnüffelte ihn mit bebenden Nüstern. Ein bedrohliches knurren drang aus seiner Kehle und schnürte Takina den Atem ab.

In Reigams Zimmer reckte ein winziger, bärtiger Magier den Kopf aus einer Kaffeetasse und erspähte einen seiner 1000 Konkurrenten. Mit einem fiesen Grinsen stieg er aus seiner Tasse und schob die Kuchengabel, die ebenfalls auf dem Nachttisch lag, über die Kante auf den Boden. Ein leiser Schrei drang herauf. Reigam jubilierte. er hatte einen seiner Widersacher besiegt. doch er hatte kaum Zeit, sich darüber zu freuen. denn plötzlich streckte sich seine Körpermasse verdoppelte sich. Erstaumt registrierte Reigam, daß er seinen Gegner durch seinen Sieg absorbiert hatte. Und das, ohne ihn zu berühren. Breit grinsend griff der Magier nach seinem Brieföffner und rief: „Es kann nur Einen geben!!“ Boraidan hingegen war ganz und gar damit beschäftigt, um Hilfe zu schreien. Doch auch diese Schreie blieben ihm plötzlich im Hals stecken, als er sich selbst in die Augen blickte. Seine Ebenbild war allerdings kariert. „Ach du Scheiße…“ flüsterte Boraidan. Boraidan, Reigam und Takina lachten.

Der 101. Ritter hatte seinen Amoklauf inzwischen beendet. Eine breite Spur der Verwüstung hinterlassend war er mit der Faust in einem Weinfaß eingeschlafen. Erst jetzt erwachte er, als ihm jemand auf die Schulter klopfte. Langsam hob Dreibuchstaben den Kopf und staunte nicht schlecht, als er sich selbst ins Gesicht blickte. Rein aus Prinzip schlug der stattliche Ritter dem karierten Gesichtsplagiator mit nur einem Schlag bewußtlos. Eine Weile fragte er sich, wer dieser dreiste Kerl wohl sei. Dann zog er die Hand aus dem Weinfaß, leerte den Panzerhandschuh mit einem Schluck und machte sich an den Aufstieg. Die Treppe war unglaublich steil. Also mußte er sich wohl unter dem Magierturm befinden. Magier lieben schwer zugängliche Orte. Endlich hatte er die Tür am Ende der Treppe erreicht und öffnete sie. Doch was er sah, ließ ihn die Tür sofort wieder schließen. Die kleine Kapelle am Fuße des Magierturmes war gefüllt mit karierten Rittern, Magiern, Wachen und Bediensteten. Und immer mehr von ihnen kamen die Treppe vom Turm herunter.

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