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Der Ringstadtroman - Teil 6

Autor: Julia Hrdina
Geschrieben am: 12.06.2002 um 22:14 Uhr

Die Nacht schloß sich dunkel umd Andrina, Zandros und Erik. Sie hatten ein Feuer entzündet, doch es vertrieb die Schatten nicht. Geheimnisvolle Zeichen schrieben sich im Flackern des Feuers auf die die umgebenden Bäume, deren Wipfel schwärzer wie die Nacht waren. Das grelle Aufleuchten der Blitze in der Ferne zeichnete härtere Schatten in die Bäume und erweckten Schatten zum Leben, die in seltsamen Verkrümmungen auf die Gruppe zukamen. Aber es waren nur Schatten, einfache Schatten…

Andrina schlang die Arme um sich, um sich ein bißchen zu wärmen, aber ihr war kalt wie zuvor. Sie rückte ein Stück näher an Zandros heran, der seinen Mantel um sie legte. Verschiedene Meinungen wegen der Drohne oder nicht, sie waren Freunde. Andrina legte ihren Kopf an Zandros Schulter und seufzte.

„Eine seltsame Nacht.“ sprach Erik die Gedanken der anderen beiden aus. Er sah sich argwöhnisch um und seine Augen huschten ständig hin und her, damit ihm nicht die geringste Bewegung entging.

Andrina nickte an Zandros Schulter. „Der Dunkle wird gespürt haben, daß eine seiner Drohnen tot ist.“ Sie versuchte, sowenig Vorwurf wie möglich in das kleine Wort „tot“ zu legen. Zandros bemerkte es und strich ihr zärtlich über die Haare. Sie kuschelte sich noch fester an ihn.

„Vielleicht sendet er schon wieder neue Drohnen aus, wer weiß.“ bemerkte Erik säuerlich.

Es war nicht, daß ihn diese Drohnen störten oder gar der Dunkle… Nein, es war diese unverhohlene Turtelei der beiden.

„Und wir sollten darauf vorbereitet sein. Ich übernehme die erste Wache, Andrina die zweite und Zandros, du übernimmst die letzte Wache. Ich will morgen früh nicht als Drohne oder schlimmeres aufwachen.“

Er hustete.

„Legt euch schlafen. Ich paß solange auf euch auf.“ Er setzte sich bequemer an den Baum, an dem er lehnte und verschränkte die Arme vor der Brust. Sollten sie nur kommen, diese Drohnen!

Andrina und Zandros hatten sich inzwischen schlafen gelegt.

„Zandros…“

„Hmm?“

„Ich… es tut mir leid. Vielleicht habe ich überrea…“

Zandros legte Andrina seinen Zeigefinger auf den Mund. “ Sag nichts. Es war meine Schuld.“

„Nein, es w…“

Wieder legte er seinen Zeigefinger auf Andrinas Mund. “ Schlaf jetzt, ok? Du weißt nicht wann du das nächste Mal Schlaf bekommst.“

Andrina nickte, und als Zandros seinen Finger von ihrem Mund nahm, hinterließ er einen warmen Abdruck. Während sie über diese Erkenntnis verwundert einschlief, zuckten die Blitze weiterhin über den tiefschwarzen Himmel und zeichneten auf die Bäume und Baumkronen Kreaturen der Hölle, die in den Schatten des Waldes langsam zum Leben erwachten. Und sie näherten sich dem kleinen Lagerfeuer, das trotzig gegen die zähe, fast wie Tinte wirkende Dunkelheit kämpfte ohne auch nur die geringste Chance zu haben…

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